Verfasst von: Dietmar | Juni 14, 2008

Ubuntu 8.04 – erste Erfahrungen mit dem System und mit dual boot

Seit einiger Zeit ist nun Ubuntu 8.04 draußen und es hat sich zur Vorgängerversion manches verändert. Mir geht es hier vor allem um Dinge, die dem Durchschnitts-User ohne Blick unter die Haube auffallen. Also ohne technische Details.

Update von einer älteren Version
Das Update von 7.10 verlief bei mir alles andere als problemlos. Ich wollte die eingebaute Update-Funktion nutzen und über das Internet mein 7.10 in Version 8.04 ändern lassen. Nachdem alle Pakete installiert waren und ich einen Neustart gemacht habe, konnte ich plötzlich keine graphische Oberfläche mehr starten. Linux wäre nicht Linux, wenn man das nicht hätte irgendwie beheben können. Allerdings war mir das zu dumm, ich habe mein home-Verzeichnis gesichert und Ubuntu 8.04 komplett neu installiert, indem ich die entsprechenden Partitionen schlicht überschrieben habe. Jetzt läuft das System problemlos und das Windows2000 das sich auch noch auf dem Laptop befindet wurde davon nicht betroffen, lief also unverändert weiter. Fazit: Vorsicht beim Update auf neue Versionen. Daten sichern und neu installieren ist mehr Arbeit, scheint mir aber viel sicherer.

Dual boot mit Windows
Bis einschließlich XP gab es eigentlich nie Probleme, Linux und Windows zeitgleich auf einem Rechner installiert zu haben. Bei Vista meine ich anfangs von Problemen gehört zu haben, dass Windows den Linux Bootloader (im Prinzip das Programm, welches einen wählen lässt, ob Windows oder Linux gestartet werden soll) nicht akzeptiert und Probleme macht, wenn man Linux und Windows parallel installiert haben möchte. Eine Kommilitonin wollte letztens auf ihrem Vista-Rechner zusätzlich Linux installiert haben, was für mich eine willkommene Gelegenheit war, Erfahrungen damit zu sammeln. Irgendwo hatte ich im Netz auch eine Anleitung dazu gefunden. Die wesentliche Aussage war: alles kein Problem (mehr?). Bei Ubuntuusers.de wird eine Ausnahme genannt: wenn man Laufwerksverschlüsselung und Service Pack 1 unter Vista hat, kommt es zu Problemen. Wenn nicht, kann es munter los gehen. Der PC hatte bisher eine Partition, auf der nur Windows Vista war. Wir haben von der Ubuntu 8.04 Installations-CD gebootet. Erfreulicherweise wird ein Partitionierungsprogramm mitgeliefert, mit welchem man problemlos die Vista-Partition verkleinern kann. 5GB sollten es mindestens für Ubuntu sein, mehr kann nie schaden. Allerdings sollte man auch Windows noch genug Platz lassen. Nach der Installation haben sowohl Ubuntu 8.04 als auch Vista problemlos ihren Dienst getan, so dass wir absolut keine Probleme hatten. Fazit: in den meisten Fällen dürfte es keine Probleme geben.

Was nach der Installation getan werden muss
Leider ist nach der Ubuntu-Installation noch nicht alles so, wie man es haben will. Zumindest wenn man ein deutsch-sprachiges Ubuntu wünscht. Zuerst wäre da Open Office, welches schon längere Zeit standardmäßig englisch ist, auch wenn man während der Installation angegeben hat, dass man ein deutsches System haben möchte. Um dies auszubessern, muss man den Synaptic Paketmanager bemühen, um damit das Paket openoffice.org-l10n-de zu installieren. Das nächste Ärgernis war neu und umso größer: Ubuntu 8.04 verwendet standardmäßig Firefox Version 3 beta. BETA?? Also ich finde es sehr fragwürdig, in einer Distribution, die sich Benutzerfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat standardmäßig mit halbreifer Software zu bestücken. Wer das als erfahrener Anwender haben möchte: bitteschön. Aber doch nicht für Normalo-User. Vor allem laufen bisher die wenigsten Firefox-Plugins, die ich verwende mit Firefox 3. Also: nochmal Synaptic Paketmanager und das Paket firefox-2 installieren. Bei der Gelegenheit kann auf Wunsch gleich das Paket firefox entfernt werden, da es sich bei diesem Paket um die in Entwicklung befindliche Version 3 handelt. Anschließend laufen auch wieder die ganzen Plugins. Schön, Firefox3 mag ein paar neue nette Funktionen mitbringen, aber das hilft mir nicht weiter. Fazit: ärgerliche Schnitzer, die sich Ubuntu da leistet, aber man kann diese ohne größere Probleme ausbügeln.

Dateiaustausch mit Windows
Das ist überhaupt kein Problem. Ubuntu 8.04 kann mit Bordmitteln problemlos voll auf NTFS-Partitionen zugreifen. Zumindest, wenn diese nicht verschlüsselt sind. Zu verschlüsselten Partitionen kann ich nichts sagen. Ärgerlich ist nur, dass diese nicht mehr standardmäßig eingebunden werden, wenn das System startet. Dies dürfte mit einem entsprechenden Eintrag in der Datei /etc/fstab leicht behebbar sein, aber da müsste ich mich selbst nochmal schlau machen, wie das geht. Der normalo-Windows-Umsteiger wird von dieser Datei wohl kaum wissen und muss jedes mal ein mal auf die entsprechende Partition klicken, damit Ubuntu sie einbindet und dann nochmal, damit er endlich drauf zugreifen kann. Dies war bisher nicht so und stellt in meinen Augen eine Verschlechterung des Komforts dar.

Gesamteindruck
Ubuntu 8.04 halte ich im Großen und Ganzen für eine soweit ganz brauchbare Distribution für Leute, die kein Informatik-Studium absolvieren möchten, nur um eine Alternative zu Windows zu bekommen. Allerdings hielte ich es für besser, wenn mehr auf stabilere und nicht wie bei Firefox auf Betaversionen gesetzt würde. Die nicht automatische Einbindung von Windows-Laufwerken halte ich auch für unkomfortabel, das war schonmal besser.


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